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25. Juni 2019

Zitieren mit System – Welche Zitierstile gibt es und wie sehen sie aus?

Person mit Buch in der Hand symbolisiert den Umgang mit Zitierstilen

Als wäre das Zitieren nicht schon kompliziert genug, scheint es in der Welt der Wissenschaft unzählige Methoden zu geben, wie man eine Quelle zitieren kann. Hat man jedoch einmal das System dahinter verstanden, ist die Sache mit den Literaturangaben gar nicht mehr so schwer. Damit du einen Überblick im Dschungel der Zitierstile bekommst, habe ich die vier am häufigsten verwendeten Stile rausgesucht und für dich einfach und verständlich dargestellt. Für den jeweiligen Zitierstil und das zitierte Medium findest du ein Schema, nach dem du die Literaturangabe schreiben solltest. Nutze dieses Schema einfach für deine Angabe, ersetze die Platzhalter mit den Angaben aus deiner Quelle und schon hast du eine fertige Quellenangabe für deine Fußnote und dein Literaturverzeichnis. Aber fangen wir erstmal mit den Basics an… 

Was sind Zitierstile?

Zitierarten, Zitierweisen, Zitierstile… alle diese Begriffe beschreiben ein und dasselbe: Die Form der Literaturangabe zu einem Zitat. Der Zitierstil gibt an, wann etwas groß oder klein geschrieben wird, wo ein Punkt, Komma oder Bindestrich gesetzt wird oder ob das Jahr nach einem Doppelpunkt oder in Klammern angegeben wird. Der Zitierstil bestimmt also, wie die Literaturangabe aussehen soll und sollte immer als Vorlage für das Literaturverzeichnis und die Fußnoten genutzt werden.

Wichtige Kriterien für die Umsetzung der Zitierstile

Bevor es losgeht, noch ein paar kurze Hinweise, die für alle Zitierstile gelten und vor dem Erstellen des Literaturverzeichnisses oder der Fußnoten zu beachten sind:

Oberste Priorität: Vorgabe der Hochschule 

Welchen Zitierstil du in deiner Hausarbeit oder Abschlussarbeit verwenden solltest, hängt von den Vorgaben deiner Hochschule ab. Meist wird der Zitierstil vom Dozenten oder der Fakultät vorgegeben, an den du dich in deiner Arbeit auch unbedingt halten solltest. Tust du es nicht, riskierst du Punktabzug für formale Fehler.

Einheitliche Verwendung

Wichtig ist außerdem, dass du die Zitierstile einheitlich verwendest. Wenn du dich für einen Stil entschieden hast, solltest du ihn in der gesamten Arbeit verwenden. Alles andere würde den Leser verwirren und ebenfalls zu Abzügen in Sachen Formalität führen.

Punkt nicht vergessen

Alle Quellenangaben enden immer mit einem Punkt. Unabhängig vom Zitierstil ist sowohl in den Fußnoten als auch im Literaturverzeichnis nach jeder Quellenangabe ein Punkt zu setzten. Dieses kleine Detail wird von Student*innen gern übersehen, deshalb dieser Hinweis. Jetzt aber zu den Zitierstilen!

Deutsche Zitierweise – Der Klassiker

Der in Deutschland am häufigsten verwendete Zitierstil ist die sogenannte „Deutsche Zitierweise“. Dieser Stil funktioniert über Fußnoten. An jedes Zitat hängst du eine Fußnote dran und gibst die Quelle unten auf der Seite im Fußnoten-Bereich an. Auch im Literaturverzeichnis erscheinen die Quellen dann auf diese Art. Literaturangaben nach der Deutschen Zitierweise sehen so aus: 


In der Fußnote und im Literaturverzeichnis
Monografie (ein Autor) Nachname, Vorname: Titel. Untertitel. Auflage. Ort: Verlag Jahr.
Monografie (mehrere Autoren) Nachname, Vorname, Vorname Nachname, Vorname Nachname u.a.: Titel. Untertitel. Auflage. Ort: Verlag Jahr.
Sammelband Titel. Untertitel. Hrsg. Von Vorname Nachname. Auflage. Ort: Verlag Jahr. (=Reihentitel).
Zeitschrift Nachname, Vorname: Titel des Artikels. Untertitel. In: Titel der Zeitschrift Jahrgang (Jahr). S. X-Y.
Internet Nachname, Vorname: Titel. URL (Abrufdatum).

Quelle: Moennighoff, Burkhard, Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 14. Auflage. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2001.

Harvard-Zitierstil

Der Zitierstil nach Harvard ist kein einheitlich geregelter Stil. Er wird je nach Universität ein wenig anders gestaltet, hier musst du bei den Vorgaben deiner Uni also ganz genau hinschauen. Dennoch gibt es einige Grundregeln, die so oder in ähnlicher Weise vor allem im Bereich der Wirtschaftswissenschaften zu finden sind. Die Quellen werden bei dieser Vorgehensweise meist nur im Text angegeben, Fußnoten gibt es selten. Wichtig ist auch, dass die Titel in einigen Vorgaben vor allem im Literaturverzeichnis kursiv gesetzt werden. Ein weiteres kleines Detail, das oft übersehen wird. Das Ganze sieht dann (ungefähr) so aus:


Im Text Im Literaturverzeichnis
Monografie (ein Autor) (Nachname Jahr, S. X) Nachname, Vorname (Jahr): Titel, Auflage, Ort.
Monografie (mehrere Autoren) (Nachname/Nachname Jahr, Seite), ab 4 Autoren (Nachname u.a. Jahr, S. X) Nachname, Vorname / Nachname, Vorname (Jahr): Titel, Auflage, Ort.
Sammelband (Nachname Jahr, S. X) Nachname, Vorname (Jahr): Titel des Artikels, in: Nachname, Vorname des Herausgebers (Hrsg.): Titel, Auflage, Ort, S. X-Y.
Zeitschrift (Nachname Jahr, S. X) Nachname, Vorname (Jahr): Titel des Artikels, in: Titel der Zeitschrift, Jahrgang, Nummer, S. X-Y.
Internet (Nachname Jahr) Nachname, Vorname (Jahr): Titel, URL: URL, Stand: Datum.

Quelle: Erster, Claus / Stalzer, Lieselotte (2017): Wissenschaftliches Arbeiten für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, 5. Aufl., Wien. 

APA-Zitierstil

Vor allem im Bereich Pädagogik und Psychologie ist der sogenannte APA-Standard oft als Vorlage für die Literaturangaben zu finden. Vorgegeben wird dieser Zitierstil von der American Psychological Association – daher der Name. Wie beim Harvard-Stil wird hier lediglich im Text ein Beleg eingefügt, die vollständige Literaturangabe wird erst im Literaturverzeichnis angegeben. Auch hier also keine Fußnoten. Nach folgendem Schema ist dieser Zitierstil zu verwenden:


Im Text Im Literaturverzeichnis
Monografie (ein Autor) (Nachname, Jahr, S. X)Nachname, V. (Jahr). Titel (Auflage). Ort: Verlag.
Monografie (mehrere Autoren) (Nachname & Nachname, Jahr, S. X)Nachname, V. & Nachname, V. (Jahr). Titel (Auflage), Ort: Verlag.
Sammelband (Nachname, Jahr, S. X)Nachname, V. (Jahr). Titel. In V. Nachname (Hrsg.), Titel des Sammelbandes (Auflage, S. X-Y). Ort: Verlag.
Zeitschrift (Nachname, Jahr, S. X)Nachname, V. (Jahr). Titel. Titel der Zeitschrift, Jahrgangsnummer, X-Y.
Internet (Nachname, Jahr)Nachname, V. (Jahr). Titel. Zugriff am Datum unter URL.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychologie. (2016). Richtlinien zur Manuskriptgestaltung (4. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Vancouver-Zitierstil

Wenn du deine Arbeiten nicht in deutsch, sondern in englisch verfasst, oder vielleicht Medizin studierst, wird dir sicher auch der Vancouver-Stil begegnen. Dieses System funktioniert numerisch, das heißt im Text findest du lediglich eine Nummer hinter dem Zitat. Die vollständige Literaturangabe ist dann unter derselben Nummer im Literaturverzeichnis vermerkt. Wie die Angaben aussehen, siehst du hier:

 Im TextIm Literaturverzeichnis
Monografie (ein Autor)[Nummer]Nachname V. Titel, Ort: Verlag; Jahr.
Monografie (mehrere Autoren)[Nummer]Nachname V, Nachname V. Titel, Ort: Verlag; Jahr.
Sammelband[Nummer]Nachname V. Titel des Artikels. In: Nachname V, editor. Titel des Bandes. Ort: Verlag; Jahr. p. X-Y.
Zeitschrift[Nummer]Nachname V. Titel. Jahr; Nummer:X-Y.
Internet[Nummer]Nachname V. Titel. URL (Jahr). Accessed Datum.

Quelle: Springer: Key Style Points: References. Springer Vancouver Style. https://www.springer.com/cda/content/document/cda_downloaddocument/Key_Style_Points_VancouverRef.pdf (2013). Accessed 29 Apr 2019.

Auf den ersten Blick erscheinen dir diese Vorgaben vielleicht zu kompliziert oder verwirrend. Doch du wirst mit der Zeit eine Routine bei der Anwendung der Zitierstile entwickeln und dich daran gewöhnen. Also keine Panik! Nutze einfach die Vorlage und versuche es mit den ersten Literaturangaben, du wirst schnell merken, dass es nicht so schwer ist, wie es aussieht! Und nun frohes Zitieren! 🙂


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